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Das große Rennen – Ein abgefahrenes Abenteuer (2009)

Das große Rennen – Ein abgefahrenes Abenteuer“ verhandelt klassische Themen des Kinderfilms: Herkunft, Selbstbehauptung und der stille Wunsch, ernst genommen zu werden. Der Film siedelt diese Fragen im ländlichen Nordirland an, wo Arbeit auf dem Hof, familiäre Spannungen und schulische Ausgrenzung den Alltag bestimmen. Im Zentrum steht die elfjährige Mary, die zwischen Verantwortung, Rückschlägen und technischer Begeisterung ihren Weg sucht. Ein angekündigtes Rennen bietet plötzlich die Möglichkeit, mehr als nur die eigene Ausdauer unter Beweis zu stellen. Doch während sie sich auf das Ziel konzentriert, verschieben sich die Verhältnisse um sie herum. Wächst aus einer Idee genug Kraft, um allem standzuhalten?

Das große Rennen [DVD] [Region 2] (IMPORT) (Keine deutsche Version)
  • Polnische Ausgabe, Cover kann polnischen Markierungen enthalten. Dieser Artikel hat KEINE Deutsche Sprache und Untertitel.
  • Niamh McGirr, Susan Lynch, Colm Meaney (Schauspieler)
  • AndrĂŠ F. Nebe(Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 6 Jahren

Drehorte, Regie und Besetzung von „Das große Rennen – Ein abgefahrenes Abenteuer“

Der Kinderfilm „Das große Rennen – Ein abgefahrenes Abenteuer“ aus dem Jahr 2009 stammt von Regisseur André F. Nebe. Rowan O’Neill schrieb das Drehbuch, während Michael Garland und Martin Hagemann die Produktion übernahmen. Die Musik komponierten Eike Hosenfeld, Moritz Denis und Tim Stanzel. Dirk Morgenstern führte die Kamera, den Schnitt übernahmen Diana Karsten und Dirk Schwarz. Gedreht wurde in Irland, der Film hat eine Laufzeit von 83 Minuten und erhielt eine Altersfreigabe ab sechs Jahren.

In den Hauptrollen spielen Niamh McGirr als Mary Kensay und Colm Meaney als Frank Kensay. Weitere Rollen übernahmen Susan Lynch als Katey Kensay, Jonathan Mason als Tom, Ciaran Flynn als Roy und Eoin McAndrew als Michael Magee. Ebenfalls mit dabei sind Diarmuid Corr, Steve Blount und Ian Beattie. Der Film feierte am 19. Juni 2009 in Ludwigshafen Premiere und lief ab dem 29. Oktober in deutschen Kinos. In Österreich startete er im März 2010, in den USA war er beim Santa Barbara International Film Festival zu sehen. Spätere Ausstrahlungen folgten im KiKa und in der ARD.

Handlung und Filmkritik zum Film „Das große Rennen – Ein abgefahrenes Abenteuer“

Mary Kensay lebt mit ihren Eltern auf einem kleinen Bauernhof in Nordirland. Schon mit elf Jahren übernimmt sie dort viele Aufgaben, weil das Geld knapp ist. Zwischen Stall und Schulweg bleibt wenig Zeit für Kindheit, doch Mary hält an einem großen Traum fest: Sie will Ingenieurin werden und einmal echte Rennwagen entwerfen. In der Schule steht sie wegen ihres Geruchs und ihrer Zielstrebigkeit im Abseits. Nur Tom, ein Junge aus ähnlichen Verhältnissen, steht zu ihr. Gemeinsam bauen sie Seifenkisten und liefern sich heimlich Wettrennen. Diese kleinen Erfolge bedeuten ihr alles – bis sich plötzlich eine echte Chance auftut.

Michael Magee, der reiche Sohn eines Großgrundbesitzers, kündigt ein Kart-Rennen an. Mit Preisgeld, Pokal und dem Versprechen, Ruhm zu ernten. Für Mary steht mehr auf dem Spiel: Respekt, Anerkennung und ein Stück Selbstbestimmung. Gegen den Widerstand der Jungs fordert sie ihre Teilnahme ein und schließt mit Roy eine Wette ab. Während sich in der Familie Krisen zuspitzen, kämpft Mary allein weiter. Ihre Mutter zieht sich zurück, ihr Vater verliert die Kontrolle, als sie sich verletzt, und zerstört ihre Seifenkiste. Auch Tom bricht plötzlich weg, weil seine Familie den Hof verkauft.

Ein Rennen gegen Vorurteile

Inmitten all dieser Rückschläge findet Mary neue Kraft. Ihr Vater erkennt spät, aber rechtzeitig, was sie wirklich braucht: Unterstützung und Vertrauen. Gemeinsam bauen sie eine neue Kiste – besser als jede zuvor. Frank bringt seine Erfahrung ein und trainiert mit ihr. Am Tag des Rennens ist nicht sicher, ob Mary starten kann. Doch sie lässt sich nicht beirren. Mit Leidenschaft, Technik und Mut stellt sie sich dem entscheidenden Lauf. Am Ende zeigt sich, ob Durchhaltevermögen, Talent und familiärer Rückhalt reichen, um Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

André F. Nebes Debüt „Das große Rennen – Ein abgefahrenes Abenteuer“ ringt mit seiner konventionellen Machart. Die Jungdarstellerin Niamh McGirr überzeugt mit natürlichem Spiel in ihrer ersten Filmrolle. Sie trägt die Autofilm Komödie durch schwierige Familienszenen hindurch. Colm Meaney gibt dem verzweifelten Vater Tiefe und Vielschichtigkeit. Susan Lynch spielt die Mutter mit emotionaler Transparenz. Besonders gelungen sind jene Momente, in denen Mary die elterlichen Konflikte beobachtet. Nebe arbeitet hier mit stiller Beobachtung statt lauter Dramatik. Die irische Landschaft wird mit satten Panoramen eingefangen. Die Rennsequenz profitiert von präzisem Schnitt, der echtes Tempo erzeugt. Dennoch bleibt das Problem: Die Inszenierung wirkt bieder und vorhersehbar. Einem an Action gewöhnten Kinderpublikum dürfte der Film zu schleppend erscheinen. „Das große Rennen – Ein abgefahrenes Abenteuer“ funktioniert als warmherziges Familienkino mit ehrlichem Schauspiel, scheitert aber an mangelndem inszenatorischem Schwung.